Interviews

Donnerstag, 2. Februar 2006

Interview mit Frau Graf

Hallo Frau Graf,

Wie heißt die Tätigkeit, die sie in der ZHB ausfüllen?

Ich arbeite im Informations- und Auskunftsdienst der ZHB. Zu meinem Aufgaben gehören die Hilfe bei der Literaturrecherche in Katalogen, Datenbanken und Bibliographien sowie die Beschaffung von Literatur und Informationen.

Wie kommt man an eine Arbeit in der Informations- und Auskunftsdienst der ZHB?

Grundlage für diese Tätigkeit ist die langjährige Erfahrung bei der Arbeit mit Literatur und Benutzern. Hilfreich ist natürlich auch, dass ich Freude daran habe, Benutzern in die Recherche einzuführen und zu Helfen. Ich gebe gern Hilfestellungen. Meine Aufgabe liegt allerdings nicht darin, Literatur für die Benutzer zu finden. Ziel meiner Arbeit ist es, die Benutzer dahin zu führen, selbstständig Recherchen durchzuführen.

Welche Recherchemöglichkeiten haben die Studies?

Seit Anfang des Jahres sind unsere Möglichkeiten viel besser. Wir haben jetzt den Zugung zu sieben weltweiten Datenbanken und weiteren Datenbanken wie FIS Bildung. Diese Datenbanken sind von allen Unirechnern ohne Passwort zugänglich. Dies ist ein großer Fortschritt, da zum großen Teil auch Volltexte aus E-Journals zugänglich sind. Dies ist für die Benutzer von hohem Nutzen, da die Artikel im Volltext sofort zugänglich sind. Die Fernleihgebühren werden so ebenfalls gespart.

Wie bewerten Sie die Kenntnisse der Studies?

Ich erlebe täglich, wie unterschiedlich die Vorkenntnisse der Benutzer sind. Erschwert wird die Arbeit für die Benutzer und uns, wenn wir von unvollständigen Literaturhinweisen ausgehen müssen.

Wieviele Studies betreuen sie täglich?

So viele Studies wie in diesem WS habe ich noch nie betreut. Auch bei uns machen sich die gestiegenen Studierendenzahlen bemerkbar.

Für welche Fachbereiche wird am häufigsten recherchiert?

Auf Grund der hohen Studierendenzahlen wird am häufigsten in den Fachbereichen Deutsch und Pädagogik recherchiert. Der Kontakt der Fächer zur Biblothek ist sehr unterschiedlich. Gleiches gilt für den Anspruch an Literaturrecherchen. Erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist noch, dass im Fachbereiches Geschichte der Standart bei Recherchen sehr anspruchsvoll ist.

Was war der schwerste Fall, den sie in letzter Zeit betreut haben?

Es ist schwierig, vom „schwersten Fall“ zu sprechen. In einer Veranstaltung wurde den Seminarteilnehmern kürzlich die Aufgabe gestellt, einem Konferenzbericht über die Fernleihe zu bestellen, der noch unveröffentlicht war. Nach längerem Mailkontakt gelang es glücklicherweise, die noch nicht veröffentlichten Bericht zu bekommen.

Vielen Dank für das Interview

Montag, 5. Dezember 2005

Interview mit Herrn Dr. Eichler am 29.11.2005:

Am 29.11.05 führten wir ein Interview mit dem Leiter der ZHB, Herrn Dr. Eichler durch. Wir gingen sowohl auf seine Arbeitsbereiche in der ZHB, als auch Themen wie Bücherklau und Zukunftswünsche der ZHB ein. Zu Anfang des Gespräches übergab Herr Dr. Eichler uns den Jahresbericht 2004. Ausgewählte Daten aus diesem Bericht werden in nächster Zeit auch online gestellt.

Blogger:
„Herr Dr. Eichler, wie wird man Leiter einer Einrichtung, wie der ZHB?“

Eichler:
„In der Regel absolviert man als erstes ein wissenschaftliches Studium, vornehmlich ein geisteswissenschaftliches. Darauf folgt die Promotion sowie eine zusätzliche, zweijährige Ausbildung. Diese Ausbildung umfasst ein Jahr praktische Ausbildung, sowie eine theoretische Ausbildung an einer Bibliotheksschule, die man mit einer Staatsprüfung abschließt. Nach erfolgreicher Prüfung, bewirbt man sich auf freie Stellungen an Bibliotheken und beginnt mit einer ganz normalen Laufbahn und hält nach offenen Stellen Ausschau und bewirbt sich weiter, z.B. an die ZHB nach Flensburg.

Blogger:
„Seit wann sind sie Leiter der ZHB Flensburg?“

Eichler:
„ Ich leite seit dem 1.1.2000 die ZHB Flensburg.“

Blogger:
„Was sind den ihre Aufgaben als Leiter der ZHB?“

Eichler:

„Ja, das ist ein weites Feld. Generell bin ich für das gesamte Personal zuständig. Ich kümmere mich um den Einsatz des Personals sowie die Logistik. Ein weiterer großer Punkt ist die gesamte Einführung und Überwachung der EDV. Hier muss ich die gesamten betrieblichen Abläufe sichern. Die Außenvertretung ist allerdings auch nicht zu verachten. Dieser Punkt ist besonders wichtig, wenn es um die Bewilligung von Mitteln oder ähnliches geht. In den Bereich Außenvertretung/ Öffentlichkeitsarbeit gehört aber auch die Organisation von Ausstellungen und die Aktualisierung des Internetauftritts. Natürlich fällt auch die Medienverwaltung in meinen Aufgabenbereich. Ich muss ermitteln, welcher Bedarf hier besteht. Hierzu nehme ich immer Kontakt mit den Fachbereichen der Uni und der FH auf, um deren Wünsche bestmöglich zu verarbeiten. Allerdings spielt hier die Kritik auch eine nicht unerhebliche Rolle. Vorrangig gilt hier wirklich, den Kontakt zu den einzelnen Instituten zu suchen und auch in einem ständigen Dialog zu stehen. Am Ende wäre noch die tägliche Routine zu nennen, die natürlich auch einen nicht unerheblichen Teil einnimmt. Zu dieser Routine zählt unter anderem das Erstellen von Statistiken, Abrechnungen, von Berichten, wie dem Jahresbericht.

Blogger:
„Das ist ja schon eine ganze Menge. Können sie uns etwas zu den Abteilungen in der Bibliothek erzählen?“

Eichler:
„Generell ist eine Bibliothek in drei Abteilungen gegliedert: Erwerbung, Katalog und Benutzung. So ist auch unsere ZHB aufgebaut. Der Erwerbung ist für die Beschaffung zuständig. Der Katalog erschließt die Buchtitel und nimmt sie in das System der Bibliothek auf. Der letzte Bereich ist die Benutzung. Sie ist der personalintensivste Bereich, gefolgt von dem Katalog. Die Benutzung ist der eigentliche Bereich, mit dem die Besucher, wie sie es sind, in Berührung kommen. Die Benutzung umfasst auch die Reparatur und das Mahnwesen.

Blogger:
„Alt, das ist ein gutes Stichwort, was ist das ältestes Buch in der ZHB?“

Eichler:
„Wir haben ein pädagogisches Werk aus dem 18.Jhd. und kürzlich haben wir die 1.Ausgabe der Klavierkonzerte von Mozart aus dem Jahr 1815 geschenkt bekommen.“

Blogger:
„Kann man diese Bücher einsehen?“

Eichler:
„Ja, das können sie, allerdings nur in unserem Lesesaal.“

Blogger:
„Herr Dr. Eichler, sehen sie Chancen für eine Ausweitung des Medienbestandes, falls Studiengebühren eingeführt werden?“

Eichler:
„Wenn Studiengebühren bedeuten, dass Uni und FH mehr Geld bekämen, würde das auch sicher positive Konsequenzen für die ZHB haben. Generell sind wir aber auf die Mittel angewiesen, die uns der Senat zur Verfügung stellt.“

Blogger:
„Wie sieht es mit den Öffnungszeiten der ZHB aus, wäre es nicht möglich, verlängerte Öffnungszeiten anzubieten?“

Eichler:
„Eine Zeit lang hatten wir den Versuch gestartet, dass wir am Donnerstag bis 19.00 Uhr geöffnet hatten. Dieses wurde jedoch nur in sehr begrenztem Maße angenommen, so dass wir es aus Kostengründen wieder eingestellt haben.

Blogger:

„Wie sieht es mit der Sicherheit aus, werden viele Bücher geklaut?“

Eichler:
„Ja, das ist schwieriger Punkt. Trotz diverser Kameras und der elektronischen Buchsicherung kommt es immer wieder zu Diebstählen. Diese gestohlenen Bücher müssen ersetzt werden. Dies kostet dann Geld, das wir ansonsten für wichtige andere Neuanschaffungen nutzen könnten.

Blogger:
„Fragen wir mal anderes herum, was wünscht sich die ZHB?“

Eichler:
„Grundsätzlich wünschen wir uns mehr Geld für mehr Medien und längere Öffnungszeiten. Des Weiteren mangelte es den Studierenden nicht selten an Medien- und Recherchekompetenz. Hier ist festzustellen, dass Studierende technisch mathematischer Studiengänge bessere Kenntnisse haben als Studierende geisteswissenschaftlicher Studiengänge.
Allgemein versuchen wir durch spezielle Bibliotheksführungen und Informationsveranstaltungen entgegenzuwirken. Leider werden diese Angebote nicht von genügend Studenten wahrgenommen. Außerdem stellen wir immer wieder fest, dass eine „Verwitterung“ in den studentischen Verhaltensweisen zu bemerken ist. Zum Beispiel kommt es immer wieder vor, dass Hinweisschilder bewusst ignoriert und den Anweisungen des Personals nicht Folge geleistet wird. Hier würden wir uns ein Umdenken mancher Studenten wünschen.“

Blogger:
„Wir bedanken uns für dieses ausführliche Gespräch.“

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